ZUR SCHÖNEN AUSSICHT

Elfriede Schüsseleder, Germain Wagner ©THEATER.punkt  Sophie Hutter, Heinz Weixelbraun ©THEATER.punkt  Helmut Berger ©THEATER.punkt

mit HELMUT BERGER, HANNES GRANZER, SOPHIE HUTTER, JON KIRIAC, ELFRIEDE SCHÜSSELEDER,
GERMAIN WAGNER, HEINZ WEIXELBRAUN

Inszenierung SABINE MITTERECKER
Bühne ANNE NEUSER
Kostüm SILKE FISCHER
Dramaturgie UWE MATTHEISS

Regieassistenz Anna Laner, Licht Oliver Mathias Kratochwill, Ton Joachim Zach,
Ausstattungsassistenz Johanna Diwold, Produktionsleitung Martina Grillhofer,
Presse Barbara Vanura, Grafik 3007

2. 4. 5. 6. 9. September 2014 zu Gast im Schauspielhaus Wien
16. 17. Dezember 2014 im Grand Théâtre Luxembourg

Koproduktion THEATER.punkt / Sabine Mitterecker,
Théâtres de la Ville de Luxembourg, Kasemattentheater

„Sabine Mitterecker (Regie) und Anne Neuser (Bühne) bescheren einen intensiven Theaterabend. Das Ensemble läuft zur Höchstform auf und spielt sehr körperlich zwischen Slapstick und großer Tragödie.“
Florian Krenstetter / Kronenzeitung / 4. Sept. 2014

Kampfzone der Geschlechter. Sabine Mitterecker zeigt Ödön von Horváth berückend gegenwärtig.
„Da ist Helmut Berger als herrlich ramponierter Salonlöwe,…ein clownesker Kellner (Germain Wagner), ein dummdreister Vertreter (Hannes Granzer) und der glücklose Hotelier, den Heinz Weixelbraun als charmanten Schluckspecht darstellt. Die zweistündige Aufführung überzeugt dabei als Spiegelbild einer Gesellschaft, in der eine gleichberechtigte Teilhabe nach wie vor Illusion bleibt.“
Petra Paterno / Wiener Zeitung / 4. Sept. 2014

 

ZUR SCHÖNEN AUSSICHT von Ödön von Horváth

Komödie in drei Akten.
Geschrieben 1926, uraufgeführt 1969 in Graz

Keiner ist, was er mal war, niemand hat, was er gern hätte im Hotel ZUR SCHÖNEN AUSSICHT. Müller ist bankrott, weil Strasser bankrott ist, Strasser ist bankrott, weil ganz Europa bankrott ist. Nur Baronin Ada hat noch Geld und diktiert die Regeln in diesem gesellschaftlichen Biotop, das aus der Zeit gefallen scheint. Immer gleiche Rituale zwischen Rausch und Leere enden jäh, als unerwartet Aussicht auf Gewinn ins Spiel kommt…

Im Hotel ZUR SCHÖNEN AUSSICHT fehlen Gäste, zumindest welche, die zahlen. Es gibt einen Kellner, aber keine Küche. Musik schürt Sehnsucht nach der Ferne. Der Schaumwein fließt in Strömen, die Rechnungen verfallen. Ein Vertreter macht schlechte Geschäfte. Ein derangierter Adeliger hat alles verspielt bis auf seine Pistole. Für Ödön von Horváth (1901–1938) ist dies der Ort für die Komödie des ökonomischen und gesellschaftlichen Stillstands. Rien ne va plus.

Horváth schrieb das Stück 1926 in einer kurzen Phase gesellschaftlicher Stabilität. In der Hinterlassenschaft des Ersten Weltkriegs zeichnet sich schon die Mentalität von Tätern und Mitläufern der kommenden Katastrophe ab. Rückblickend erscheint dieser Text beängstigend prophetisch, eine Flaschenpost, die das Theater erst mit der Uraufführung 1969 wahrgenommen hat und die gerade heute wieder Modell für Potentiale menschlicher Destruktivität ist, die von den Verwerfungen der Ökonomie erst hervorgerufen werden.

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