SCHATTEN (Eurydike sagt)

von Elfriede Jelinek

mit Sarah Sanders Christina Scherrer Alexandra Sommerfeld

Bild: ©3007wien

Inszenierung Sabine Mitterecker
Klangregie Wolfgang Musil
Kostüme Amélie Haas
Ausstattung Notker Schweikhardt
Video Joerg Burger

Dramaturgie Uwe Mattheiß
Technischer Leiter/Lichtdesign Tom Barcal
Lichttechnik Thomas Planitzer
Regie- Produktionsassistenz Moritz Tonn
Ausstattungsassistenz Veronika Tupy
Kostümassistenz Anna Salobir
Maske Tina Wingrich
Tonassistenz Shayan Assadi, Wagner Felipe Dos Santos

Produktion Siglind Güttler Pressebetreuung Barbara Pluch Grafik 3007

F23.wir.fabriken 1230 Wien Breitenfurter Strasse 176

Premiere 13. Oktober 2016

Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg 


Orpheus, der große Sänger der griechischen Mythologie und Eurydike sind Inbegriff eines Liebespaares. Nach ihrem Tod durch den Biss einer Schlange dringt er vor bis in den Hades, um sie zurückzuholen. Als er sich nach ihr umblickt, verschwindet sie für immer ins Reich des Todes – er bleibt in Trauer unter den Lebenden zurück. Soweit der Mythos, wie wir ihm in der Oper von Monteverdi bis Offenbach, in der Literatur von Vergil, über Ovid bis Rilke immer wieder begegnen.

Was aber, wenn Eurydike gar nicht zurück will? Was, wenn sie die angebotenen weiblichen Identitätsentwürfe, die alle nur vom Begehren eines anderen abgeleitet sind, verweigert und ablegt wie die Kleider der vergangenen Saison? Die männlichen Erlösungsphantasien verlieren ihren Reiz und die Schatten des Hades den Schrecken. Es bleibt das Glück des Nicht-Mehr-Angeschaut-Werden-Müssens. Elfriede Jelinek nähert sich dem Orpheus-Mythos von der Rückseite - sie spielt in SCHATTEN (Eurydike sagt) mit der Möglichkeit einer unmöglichen Sprechposition, in der das Objekt der Begierde selbst zur Sprache gelangt.

Die zweifache Nestroy-Preisträgerin Sabine Mitterecker erarbeitet SCHATTEN (Eurydike sagt) von Elfriede Jelinek mit Sarah Sanders, Christina Scherrer, Alexandra Sommerfeld und dem Klangregisseur Wolfgang Musil in der ehemaligen Sargfabrik F23.wir.fabriken in Wien-Liesing. Wie schon in der Erfolgsproduktion FROST von Thomas Bernhard (Mumok 2009 u. 2010) prägt der Aufführungsort in seiner Einzigartigkeit den Abend wesentlich mit.

Im Zentrum steht die Musikalität der Sprache. Der Fluss des Sprechens trifft immer wieder auf Referenzen aus der Musikliteratur, begegnet visuellen Einschreibungen der Gegenwart - im Orpheus´schen Sinne ein Zusammenspiel der Künste in ihrer jeweiligen Eigenständigkeit.

ALEXANDRA SOMMERFELD
geboren in Scheibbs in Niederösterreich. Tanz-, Gesangs- und Schauspielausbildung in Wien und New York. Engagements u.a. am Schauspielhaus Wien, Theater in der Josefstadt, Volkstheater, Theater d. Jugend. Zusammenarbeit mit dem Komponisten Günther Rabl in eigenen Produktionen (Sprechoper BETIRI, Liederzyklus BELCANTO, RELATIVITÄTSTHERAPIE). Nestroy-Preises 2000. Mitwirkung in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen. Langjährige Zusammenarbeit mit Sabine Mitterecker.
Foto: © FANNY

CHRISTINA SCHERRER
geboren im Mühlviertel in OÖ. Schauspielstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Seit 2009 für Theater/Film/Fernsehen tätig. Sie schreibt und produziert Musikprogramme in Zusammenarbeit mit verschiedensten MusikerInnen und SchauspielerInnen. 2010 Start-Stipendium des BmUKK für ihr 2tes Soloprogramm, 2013 OÖ NachwuchskünstlerInnenpreis YOUNGSTAR.  Seit Jänner 2017 im Österreich TATORT. Engagements u.a. Schauspielhaus Wien, Schauspielhaus Graz, WERK X...
 Foto: ©TEREZA MUNDILOVA
 

SARAH SANDERS
1983 in Berlin geboren. Schauspiel-Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Zunächst Kammerspiele München -  Zusammenarbeit mit den Regisseur_innen Barbara Weber und Patrick Wengenroth -  danach am Theater Konstanz, Ensemblemitglied am Theater Baden-Baden.
Sarah Sanders lebt und arbeitet  in Hannover als freischaffende Schauspielerin und Performerin.
Foto: ©STEPHANIE SCHWEIGERT